Stilblüten – Der Hang zur unfreiwilligen Komik

„Vom Pferd hausgemachte heiße Gulaschsuppe“: So preist ein Münchner Imbiss auf dem Viktualienmarkt eines seiner Gerichte an. Jeder weiß, was eigentlich gemeint ist, grammatikalisch steht dort jedoch, dass in diesem Imbiss Pferde als Köche beschäftigt werden. So ein Satz, der durch die Wortstellung unfreiwillig komisch wirkt, wird im Deutschen als „Stilblüte“ bezeichnet.

Stilblüten können dabei durch diverse sprachliche Fehlgriffe entstehen (aber auch durch gründliches Korrekturlesen schnell behoben werden). Solche Fehlgriffe können  beispielsweise bei falscher Wortwahl, falschem Satz- oder falschem inhaltlichen Bezug, bei Doppeldeutigkeit und auch bei Übersetzungen leicht entstehen. Im Internet finden sich mittlerweile sogar ganze Webseiten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die schönsten und witzigsten Stilblüten zu sammeln (auf Englisch übrigens nicht „Style Bloom“). Selbst Spiegel Online widmet mit seiner „Zwiebelfischchen“-Kolumne von Bastian Sick diesem sprachlichen Phänomen seinen Platz in der Welt des Humors.

Doch während man in den meisten alltäglichen Situationen dieser unfreiwilligen Komik wohlwollend begegnet − richtet sie doch keinen Schaden an −, sollten vor allem die Autoren von Dissertationen und Diplomarbeiten hier auf der Hut sein. Der Übersetzungsfehler wird ebenso streng geahndet wie der falsche inhaltliche oder der falsche Satzbezug – die Stilblüte erweist sich als wissenschaftliche Stolperfalle.

Wissenschaftliches Arbeiten setzt einen präzisen Sprachstil voraus, der Missverständnisse ausschließt. Nur so können schwierige Theorien auch auf hohem Niveau dargelegt und diskutiert werden. Stilblüten machen der wissenschaftlichen Präzision hingegen einen Strich durch die Rechnung. Wer doppeldeutig argumentiert, bei der Wortwahl daneben greift oder inhaltlich falsche Bezüge herstellt, wird die Professoren vielleicht kurzfristig erheitern, seine Arbeit jedoch nicht in ein gutes Licht rücken.

Zur Beruhigung: Die meisten bekannten Stilblüten stammen nicht von Wissenschaftlern, sondern von Politikern wie Edmund Stoiber („Wenn wir das heute in beschränktem Umfang zulassen, wird das zu einer generellen Öffnung führen“) oder dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten George W. Bush („Es ist Zeit, dass die Menschheit ins Sonnensystem vordringt“). Um zu verhindern, dass einem der Fauxpas dennoch unterläuft, sollte man die fertige Arbeit zum Korrekturlesen geben. Der Erheiterung des Korrekturlesers folgt nämlich die Behebung der Stilblüte.

Persönliche + kostenlose
Infos unter 0800 9658890


Korrektur + Lektorat · Langemarckstraße 6a · 53227 Bonn