Wenn Plagiate zur Affäre werden – und wie man sie verhindert

„Den Überblick über die Quellenlage verloren“,  so äußerte sich Karl Theodor zu Guttenberg bei ZEIT ONLINE, als das Wiki GuttenPlag Plagiate in seiner Dissertation entlarvte und ihm der Doktortitel der Universität Bayreuth aberkannt wurde.

Sieben Jahre schrieb der ehemalige Bundesverteidigungsminister an seiner juristischen Dissertation „Verfassung und Verfassungsvertrag – Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU“. Nicht einmal zehn Monate dauerte der Verlauf der Plagiatsaffäre, im Zuge derer auf über 94% der Seiten Plagiate entdeckt wurden – darunter allein 29% aus einem Werk seines Doktorvaters Peter Häberle –, sodass Guttenberg sich schließlich zum Rücktritt gezwungen sah.

Dies war jedoch nur die Spitze des Eisbergs: Die Dissertationen anderer Politiker wurden ebenfalls auf Plagiate untersucht, wie beispielsweise die Doktorarbeit der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin durch das VroniPlag Wiki, und die Vorwürfe häuften sich.

Insgesamt über fünfzehn Doktorarbeiten öffentlich bekannter Personen wurden durch VroniPlag untersucht, was teilweise zur Aberkennung des Doktorgrades, teils zur Untersuchung von Seiten der jeweiligen Universität führte. Inwiefern die Politiker bewusst plagiierten oder nur nachlässig wissenschaftlich arbeiteten, lässt sich auch nach einer langen öffentlichen Debatte kaum einschätzen. Sicher ist: Gegen die unterschiedlichen Arten von Plagiaten kann man sich durch gewissenhaftes wissenschaftliches Arbeiten schützen. Wer sich dennoch des Plagiats schuldig macht, hat mit ernsthaften universitären Konsequenzen zu rechnen.

Plagiate werden in diverse Kategorien unterschieden, je nach Härtegrad der beanstandeten Textstelle. Hierzu gehören das Komplettplagiat, die Verschleierung, das Übersetzungsplagiat, das Strukturplagiat, die Alibi-Fußnote und viele weitere. Eine ausführliche Beschreibung der Plagiatskategorien findet sich auf Guttenplag.

Tipps, wie Sie das Plagiat vermeiden

Da das Plagiat der schwerwiegendste Vorwurf bei einer Dissertation, Abschlussarbeit oder wissenschaftlichen Hausarbeit ist, hier ein paar Tipps, wie man es vermeidet:

  • Die Angabe von wissenschaftlichen Quellen ist im Zitatrecht geregelt. Wird ein längeres Zitat verwendet, muss der Autor das Erscheinungsjahr und die Seitenzahl, auf der das Zitat zu finden ist, im Text als Fußnote oder in Klammern hinter dem Zitat angeben. Die ausführliche Quellenangabe inklusive Buchtitel und Erscheinungsort gehört in das Literaturverzeichnis am Ende einer Arbeit.

  • Auch indirekte Zitate müssen mit „vgl.“ oder „siehe“ ausgewiesen werden, beispielsweise, wenn die Worte und Gedankengänge eines Autors paraphrasiert oder nur leicht umgeschrieben werden.

  • Auch Bilder, Filmzitate oder Lexikoneinträge gehören dem Urheberrecht an und müssen mit der genauen Quellenangabe belegt werden, ebenso wie mit dem ausführlichen Fundort im angehängten Literaturverzeichnis.

  • Wer sich unsicher ist, wie genau zitiert werden soll, erkundigt sich am besten beim Dozenten oder Professor über die gewünschte Zitierweise.

  • Vor allem bei Abschlussarbeiten können externe Korrekturleser beauftragt werden, die auch die Zitierweise überprüfen und notfalls anmerken, sollten die Quellenangaben nicht korrekt sein.

Eine Einführung in das korrekte Zitieren liefert übrigens die Seite Richtig zitieren von Webwort. Zum Thema „Plagiatskontrolle“ empfehlen wir die Website Compilatio.net.

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