Gute Berufsaussichten für Hochschulabsolventen

Bei allem Stress, den die Massenuniversität so mit sich bringt – was ja zurzeit besonders eklatant ist aufgrund der auf zwölf Jahre verkürzten Gymnasialzeit (mit doppelten Abiturjahrgängen) und des Wegfalls der Wehrpflicht (siehe dazu unseren Beitrag „Abenteuer Studieren“) – zahlt sich ein Hochschulstudium nach wie vor – im wörtlichen Sinn – aus:

So ergab eine repräsentative Befragung im Auftrag des Hochschulinformationssystems (HIS) von mehr als 10.000 befragten Absolventen des Jahrgangs 2009 etwa ein Jahr nach ihrem erfolgreichen Studienabschluss, dass nur wenige von ihnen arbeitslos waren (3 Prozent der FH-Bachelors, 2 Prozent der Uni-Bachelors und 4 Prozent der früheren Studiengänge Diplom, Magister, Staatsexamen).

Und 97 Prozent (FH-Absolventen) bzw. 95 Prozent (Uni-Absolventen) arbeiten in einem ihrer Qualifikation angemessenen Beruf. Das gilt auch für die Menschen mit Bachelor-Abschluss, von denen lediglich 7 Prozent unter ihrem Qualifikationsniveau arbeiten. Etwas düsterer sieht es hier für die Geisteswissenschaftler aus, von denen fast 25 Prozent ein Jahr nach dem Abschluss unterqualifiziert beschäftigt waren. Hier scheint die Fortsetzung des Studiums mit einem anzustrebenden Master-Abschluss empfehlenswert zu sein.

Dass wir es bei den Hochschulabsolventen – wie allenthalben zu hören – mit einer „Generation Praktikum“ zu tun hätten (also dem Ziel von Arbeitgebern, statt kostspieliger Anstellungsverhältnisse Qualifizierte in einem günstigen Praktikum zu beschäftigen), kann diese Studie nicht bestätigen: Der Anteil der Hochschulabgänger (Inhaber von Diplom- und Magisterstudiengängen) liegt bei nur 2 Prozent.

In der Umfrage wurde auch ermittelt, wie die Hochschulabgänger ihr Studium im Rückblick bewerten, was ja vor allem vor dem Hintergrund der neu – im Zuge der Bologna-Reform – eingeführten Bachelor- und Masterstudiengänge von Interesse ist. Das Ergebnis wird weder Befürworter noch Kritiker der Reform besonders begeistern: Die Qualität des Studiums habe sich aus der Sicht der Absolventen weder deutlich verbessert noch verschlechtert. Die Stärken und Schwächen, die es früher gegeben habe, seien weitgehend erhalten geblieben.

Mit einigen Aspekten der Studienqualität sind die Absolventen durchaus zufrieden (Struktur, zeitliche Koordination, Zugang zu Lehrveranstaltungen), mit anderen weniger: So bezweifeln ganze 56 Prozent der befragten FH-Bachelorabsolventen, dass ihr Studiengang wirklich gut auf den anzustrebenden Beruf vorbereite; unter den Universitätsbachelors sind es sogar 80 Prozent! Die „alten“ Diplomanden und Magister bewerten den Praxisbezug ihres Studiums allerdings auch nicht positiver.

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