Über den richtigen Umgang mit dem Apostroph

Aufgrund des starken Einflusses des Englischen sowohl auf die Alltags- als auch auf die Wissenschaftssprache herrscht – auch bei deutschen Studenten – oft große Verwirrung bzw. Ratlosigkeit hinsichtlich des korrekten Gebrauchs des Apostrophs. Daher hier ein paar grundsätzliche Regeln (mit Beispielen), wann ein Apostroph gesetzt werden muss, gesetzt werden kann und nicht gesetzt werden darf.

Hier muss der Apostroph stehen

1. Regel: Setzen Sie Eigennamen (aber nur Eigennamen und keine anderen Nomen wie z.B. Status), die auf s- oder Zisch-Lauten enden, in den Genitiv, müssen Sie diesen durch ein angehängtes Apostroph kennzeichnen: Hans’ Bruder – Paris’ Apfel – Franz Josef Strauß’ Kinder – Peter Weiß’ Romane.

2. Regel: Wenn Sie bei der Bezeichnung von Werken den Eigennamens des Schöpfers als Ganzes stehen lassen wollen, trennen Sie ihn vom Zusatz durch Apostroph ab: die Obama’sche Außenpolitik – die Gauck’sche Präsidentschaft; diese Schreibweise empfehlen wir der ebenfalls korrekten obamaschen Außenpolitik und gauckschen Präsidentschaft vorzuziehen.

Hier kann der Apostroph stehen

1. Regel: Wenn Sie ein unbetontes e am Ende eines Verbs auslassen, können Sie den Apostroph setzen – Sie müssen es aber nicht: Harry, hol schon mal den Wagen! – Ich find diese Entscheidung richtig. – Mit dem leg ich mich nicht an. – Ich geh ihm aus dem Weg.

2. Regel: Als Ersatz für das ausgelassene e des Wortes „es“ und als Relikt eines Artikels können Sie den Apostroph ebenfalls weglassen: Wie gehts Euch denn? – Nimms leicht! – Treibs nicht so doll! – Hinterm Horizont geht’s weiter. Im Sinne eines sparsamen Gebrauchs empfehlen wir hier also die Weglassung des Apostrophs.

Hier darf der Apostroph nicht stehen

1. Regel: In bestimmten Wendungen, die teils bildungssprachlichen, teils poetischen Charakter haben, lassen Sie den Apostroph unbedingt weg, auch wenn eindeutig ein Buchstabe wegfällt: auf Treu und Glauben – auf Gedeih und Verderb – mit Hab und Gut – mit Müh und Not – Lieb Vaterland!

2. Regel: Auf keinen Fall darf das Genitiv-s bei nicht auf s endenden Namen stehen (wie es im Englischen der Fall ist: Peter’s friends; vgl. auch unseren Artikel Genitiv englischer Termini): Berlins Tiergarten, Bölls Romane, Gullivers Reisen

3. Regel: Völlig absurd, aber immer wieder, sogar in wissenschaftlichen Publikationen, zu sehen ist der Apostroph zur Kennzeichnung einer Pluralbildung bei Abkürzungen (GmbH’s, DVD’s, PKW’s) – absurd deshalb, weil dies ja auch nicht (wie in Regel 2) im Englischen korrekt wäre. Das s wird vielmehr einfach angehängt: GmbHs, DVDs, PKWs.

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