Ist das Lektorat einer Bachelor- oder Masterarbeit legal?

Viele Studierende lassen ihre Abschlussarbeit nochmal gegenlesen, bevor sie sie abgeben. Manche bitten Familie und Freunde darum, andere beauftragen ein Lektorat. Das ist auch absolut verständlich, denn gerade in einem so wichtigen Schriftstück möchte man keine Tipp- oder Flüchtigkeitsfehler haben. Doch gerade da in den letzten Jahren einige Plagiatsvorwürfen bekannt wurden, machen sich viele Studierende Sorge, ob ein Lektorat überhaupt legal ist. Wir erklären dir, warum du deine Masterarbeit bedenkenlos lektorieren lassen kannst.

Was macht ein Lektorat?

Neben der üblichen Korrektur von

  • – Orthografie
  • – Rechtschreibung
  • – Interpunktion
  • – Satzbau
  • – Grammatik
  • – unpassender Wortwahl

achtet ein Lektorat auch darauf, ob der Aufbau deiner Abschlussarbeit stimmig ist und der Inhalt einem roten Faden folgt. Dies dient vor allem der Qualität des Textes, um eine inhaltliche Anpassung geht es hierbei nicht.

Warum ist das Lektorieren legal?

Das Entscheidende bei einem Lektorat ist, dass zwar die sprachliche Qualität des Textes verbessert wird, jedoch nicht inhaltlich in deine Bachelor- oder Masterarbeit eingegriffen wird. Auch kleine stilistische Anpassungen oder eine Vereinheitlichung der Sprache verändern nicht in den wissenschaftlichen Inhalt. Somit findet keine Veränderung der erbrachten Leistung statt. Das Lektorieren ist legal. Deswegen empfehlen wir dir auch, mit einem professionellen Lektorat zusammenzuarbeiten.

Wie stehen die Universitäten zu einem Lektorat?

Das Lektorieren wird von vielen Universitäten ausdrücklich gewünscht. So empfiehlt etwa die Freie Universität Berlin, eine Abschlussarbeit mindestens zwei Wochen vor Abgabe zur Korrektur zu geben: “ […]plant dafür mindestens zwei Wochen ein oder ihr gebt besser immer mal wieder ein fertiges Kapitel eurer Arbeit zur Korrektur[…]“. Auch die Ludwig-Maximilians-Universität München empfiehlt genug Zeit für die Korrektur einzuplanen und verweist sogar auf die Möglichkeit eines professionellen Lektorats: “Neben Freunden, Kommilitonen und Verwandten kann man auch einen Profi bitten seine Bachelorarbeit Korrektur zu lesen[…].“

Wo verläuft die Grenze?

Letztendlich ist es bei einer Abschlussarbeit entscheidend, dass es sich um deine wissenschaftlichen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen handelt. Natürlich sind deine Gedanken immer von vorherigen Seminaren, dem Austausch mit Kommilitonen und gelesenen Texten beeinflusst. Dennoch solltest du daraus eigene Gedanken ableiten. Insbesondere darfst du nicht mit Mitstudierenden oder einem Experten in deinem Gebiet ein Thema mündlich durchsprechen und anschließend eins zu eins niederschreiben. Auch in diesem Fall handelt es sich um ein Plagiat. Dagegen ist ein allgemeiner Austausch von Ideen und das Einholen von Feedback im Rahmen der Korrektur in Ordnung.

Tipp! Achte außerdem darauf, Literaturquellen richtig zu markieren.

Wie kann ich überprüfen, ob das Lektorat noch im Rahmen ist?

Ein professionelles Lektorat kennt sich mit den Kriterien einer Prüfungsordnung aus und weiß daher, wie viel Veränderung angemessen ist. Wenn du dir aber dennoch unsicher bist oder dir Unterstützung im Freundeskreis geholt hast, solltest du Folgendes überprüfen:

  1. Sind die Eingriffe rein sprachlich?
  2. Ist der wissenschaftliche Inhalt nach dem Lektorat unverändert?
  3. Befürwortet deine Uni im Idealfall sogar ein finales Lektorat?
  4. Basieren die Argumentation und Erkenntnisse auf deiner eigenen Schlussfolgerung?
  5. Ist fremdes Gedankengut, das mit in die Arbeit eingeflossen ist, als solches gekennzeichnet?

Kannst du all diese Fragen mit Ja beantworten, steht einer Abgabe deiner Bachelor- oder Masterarbeit nichts mehr im Wege.

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