Benotung der Bachelorarbeit

Nachdem die Bachelorarbeit gerade noch rechtzeitig eingereicht wurde, beginnt oft das große Bangen – das schier endlose Warten auf die Benotung der Arbeit.

Die Wartezeit kann dabei stark variieren. Eine europaweit einheitliche Regelung gibt es nicht.

Klar ist, dass Professoren an Universitäten und Fachhochschulen mit Personalengpässen und zu vielen Studenten länger brauchen werden, als der Prof des kleinen Studiengangs an der Privat-Uni.

Es kommt vor, dass Bachelorarbeiten bereits nach einer Woche bewertet werden, andere Absolventen warten nach zig Monaten noch auf ihre Note. Realistisch ist eine Zeit irgendwo zwischen sechs und acht Wochen.

Vergabe der Note nach Bewertungskriterien

Die Endnote ergibt sich aus verschiedenen kleineren Faktoren und Kriterien, die sich schnell zusammenfassen lassen. Grundlage für die Bewertung der Bachelorarbeit ist die Studienordnung, die festlegt, was unter einer Bachelorarbeit zu verstehen ist.

Gemeinhin wird sie als eigenständige Prüfungsleistung angesehen, die selbstständig und unter Zeitangabe verfasst wird. Jedes Institut verfügt über Kriterien zur Benotung dieser Prüfungsleistung.

Sowohl Form als auch Inhalt werden zur Bewertung herangezogen. Zum ersten Punkt gehört, dass der Student mit den am Institut üblichen Stylesheet gearbeitet hat, ob er möglicherweise bei der Länge der Bachelorarbeit durch Streckung oder Änderung der Laufweite geschummelt hat und ob er die festgesetzten Regelungen bei der Zitation beachtet, also korrekt und sauber zitiert hat. Mit dieser „Fingerübung“ beweist er, dass er das wissenschaftliche Arbeiten beherrscht.

Interessanter wird es beim Inhalt. Hier stellen sich u.a. folgende Fragen bei der Benotung: Hat der Student eine klare Fragestellung samt Hypothesen formuliert? Hat er sinnvoll gegliedert und das Thema ebenso sinnvoll mit einer entsprechend sichtbaren Methode entfaltet? Der Text sollte möglichst konsistent sein und sich nicht widersprechen, um eine positive Bewertung zu erhalten.

Darüber hinaus verwendet der Student geeignetes Vokabular, das den Text als wissenschaftliche Arbeit kennzeichnet.

Zum Beispiel stellt hier die Uni Jena die Frage: „Bleibt die Behandlung des Themas oberflächlich bzw. auf dem Niveau von Zeitungsartikeln stecken?“ Großer Wert wird zudem auf eigene Überlegungen und intellektuelle Denkarbeit gelegt, die zu einem Mehrwert bzw. einer neuen Sichtweise zu bereits bekannten wissenschaftlichen Erkenntnissen führen.

In die Bewertung fließen zudem noch die Rechercheleistung und der Schwierigkeitsgrad der Fragestellung mit ein. Letztlich sollte das in der Einleitung ausgegebene Ziel der Arbeit erreicht worden sein.

Gutachten wird zu jeder Bachelorarbeit erstellt

Eine Bachelorarbeit wird von einem Erstgutachter (in der Regel der Betreuer des Studenten) und von einem Zweitgutachter (ebenfalls aus dem Fachbereich) bewertet.

Beide Korrektoren haben einen gleichwertigen Einfluss auf die Bewertung, denn die endgültige Note ergibt sich aus dem Mittel ihrer Einzelbenotungen. Diese Teilnote fließt schließlich zu einem geringen Prozentsatz in die Gesamtnote aus allen vorher erbrachten Studienleistungen ein.

Doch Vorsicht vor Schlamperei: sowohl die Note der Bachelorarbeit als auch die Bachelor-Gesamtnote stehen auf dem Abschlusszeugnis.

Zu jeder Arbeit wird ein Gutachten erstellt, das vom Studenten aus Transparenzgründen eingesehen werden kann. In der Form unterscheiden sich Gutachten teilweise stark:

Während die eine Uni kleinteilige Bewertungsschlüssel mit prozentualer Gewichtungen in Tabellen ausgefüllt haben wollen, erfolgt in einer anderen Einrichtung die Bewertung als Fließtext. Eine Kombination beider Gutachten-Formen ist möglich.

Ob sich die Prüfer schließlich an die Bewertungskriterien des Instituts halten, kann nach der Notenvergabe niemand genau wissen. Zwei Methoden sind vorstellbar: Dass sie sich entweder die mühsame Arbeit machen und jeden Teilaspekt einzeln gewichten, bewerten und daraus die Endnote bilden oder, dass sie die Note einfach nach Gefühl und langjähriger Erfahrung vergeben und ein austauschbares Muster-Gutachten erstellen.

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