Das Abkürzungsverzeichnis in der Masterarbeit

Warum braucht man ein Abkürzungsverzeichnis?

In der Regel solltest du in deiner Abschlussarbeit auf Abkürzungen verzichten, da sie den Lesefluss stören. Bei häufiger Wiederholung eines Begriffs oder wenn es sich um eine gängige Abkürzung handelt, kann diese aber dennoch verwendet werden. Schließlich spart eine Abkürzung auch Aufwand. Abgekürzt werden darf, was entsprechend im Duden aufgeführt oder fachlich üblich ist. Damit dennoch jedem Leser verständlich ist, was die Kurzbezeichnung bedeutet, besonders wenn es sich um die Abkürzung eines Fachbegriffs handelt, solltest du ein Abkürzungsverzeichnis erstellen.

Was gehört alles ins Abkürzungsverzeichnis?

Abkürzungen von Fachtermini, Gesetzesbezeichnungen oder die Benennung von Institutionen müssen ins Abkürzungsverzeichnis. Dazu gehören beispielsweise die Bezeichnungen BGH, EU oder Phil. Diese solltest du gesondert ins Verzeichnis aufnehmen. Es empfiehlt sich den Begriff bei erster Verwendung auszuschreiben und in Klammern die im Folgenden verwendete Kurzvariante dahinter zu setzen.

“Versteckte“ Abkürzungen nicht vergessen

Oft wird vergessen, dass nicht nur Kurzformen, die unmittelbar im Text stehen, aufgelistet werden sollten, sondern auch solche, die sich in der Fußnote oder in Bildunterschriften befinden.

Was gehört nicht ins Verzeichnis?

Wie bereits eingangs benannt, musst du keine Abkürzungen, die jedem geläufig sind, ins Abkürzungsverzeichnis aufnehmen. Auch Kurzbeschreibungen in Tabellen und Abbildungen werden unmittelbar in der dazugehörigen Legende erläutert und kommen daher nicht ins Abkürzungsverzeichnis.

Allgemein werden keine Kurzformen aufgenommen, die im Duden zu finden sind. Beispiele sind:

z.B.
usw.
o.Ä.
d.h.
vgl.

Tipp! Um keine Abkürzung zu vergessen, empfiehlt es sich, das Abkürzungsverzeichnis nicht erst zu erstellen, wenn du deine Masterarbeit fertig geschrieben hast, sondern es fortlaufend zu pflegen. Sobald du also ein Kurzwort verwendest, solltest du es direkt in die Liste aufnehmen. Final kannst du dann in deinem Textprogramm automatisch eine alphabetische Ordnung vornehmen lassen, um die entsprechende Sortierung zu erhalten.

Wie werden Abkürzungen richtig gesetzt?

Grundsätzlich gilt die Regel, dass du hinter jede Abkürzung ein Punkt kommt. Steht die Abkürzung am Ende des Satzes, wird nur ein Punkt gesetzt, das Satzzeichen entfällt also. Bei Abkürzungen, die man auch im mündlichen Sprachgebrauch verwendet (etwa GmbH, AGB und ähnliche) wird kein Punkt gesetzt. Die Regeln hierzu haben wir in unserem Artikel Vom richtigen Umgang mit Abkürzungen erläutert.

Wie ist das Abkürzungsverzeichnis aufgebaut?

Wichtig ist, dass du pro Bezeichnung nur eine Abkürzung verwendest und umgekehrt, damit eine eindeutige Zuordnung stattfinden kann. Deine Abkürzungen werden dann in alphabetischer Reihenfolge sortiert. Man spricht vom 2-Spalten-Format, da links in einer Spalte alle Kurzformen und rechts in einer Spalte alle ausgeschriebenen Formen des Begriffs angegeben werden.

Gestaltung des Verzeichnisses

Pro Abkürzung und dazugehörige Langform verwendest du eine Zeile. Den Platz zwischen Kurz- und Langform kannst du, wie beim Inhaltsverzeichnis auch, mit einer gestrichelten Linie füllen. Diese bietet dem Auge Orientierung. Ansonsten kommt weder ein Bullet-Point vor die Abkürzung, noch wird diese in Anführungszeichen gesetzt.

Wo wird das Abkürzungsverzeichnis eingeordnet?

Das Abkürzungsverzeichnis sollte am Anfang deiner Arbeit stehen, damit der Leser direkt einen Überblick über verwendete Kurzformen und deren Bedeutung erhält. Es folgt unmittelbar auf das Inhaltsverzeichnis. Somit hat deine Masterarbeit folgende Anordnung:

  • 1. Deckblatt
  • 2. Eidesstattliche Erklärung
  • 3. Inhaltsverzeichnis
  • 4. Abkürzungsverzeihnis
  • 5. Abbildungsverzeichnis
  • 6. Tabellenverzeichnis
  • 7. Hauptteil der Arbeit
  • 8. Literaturverzeichnis oder Quellenverzeichnis
  • 9. Anhang (falls vorhanden)

Tipp! Da das Abkürzungsverzeichnis Teil deiner Arbeit ist, solltest du daran denken, es mit ins Inhaltsverzeichnis aufzunehmen.

Was unterscheidet das Abkürzungsverzeichnis vom Glossar

Teilweise wird das Abkürzungsverzeichnis mit einem Glossar verwechselt. Neben der Kurz- und Langform eines Begriffs wird dann in einer dritten Spalte noch die dazugehörige Erläuterung eingefügt. Das ist falsch. Ins Abkürzungsverzeichnis gehört nur die Auflistung verwendeter Kurzbezeichnungen und deren ausgeschriebene Variante. Ein Glossar mit inhaltlicher Erklärung (und den entsprechende Quellenangaben) ersetzt dies nicht.

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