Der Master – Nach dem Studium ist vor dem Studium

Wie auch der Hochschulanzeiger der Frankfurter Allgemeinen berichtet, ist seit der Bologna-Reform und der Umstellung von den Diplom- und Magister-Abschlüssen auf Bachelor und Master vieles in der Uni-Landschaft nicht mehr so, wie es einmal war:

Die Bachelor-Absolventen haben nicht automatisch die Möglichkeit, ihr Studium als Master-Studenten weiterzuführen, da es nicht genügend Masterstudienplätze für sie gibt.

Problematisch für einige: Ihre geplanten Berufsbilder sehen nicht nur den Master vor, sondern auch die Promotion, die ohne abgeschlossene Masterarbeit nicht angefangen werden darf.

Auch wenn die Statistiken von mehr als 6.000 freien Masterstudienplätzen nach Beenden des Nachrückverfahrens sprechen, gibt es trotzdem nur für ein Fünftel der Bachelor-Studenten auch tatsächlich einen Master-Studienplatz.

Mehr Studienmöglichkeiten werden in Deutschland nicht angeboten. Ein Schock für die Studierenden, die in ihrer Lebensplanung fest mit einem Masterplatz gerechnet haben. Jedoch kommt es zu Engpässen nur in bestimmten Universitäten und in bestimmten Fächern.

Unis und Wirtschaft sehen das anders:

Nach dem Studium ist vor dem Studium, aber trotzdem mitten im Leben. Eine nahtlose Fortsetzung des Studiums ist gar nicht vorgesehen. Die Bachelor-Absolventen sollen sich ausprobieren, erste Berufserfahrungen sammeln oder ganz andere Wege einschlagen, bevor sie an die Uni – im Idealfall mit genauen Zukunftsplänen bewaffnet – zurückkehren.

Die Wirtschaft sieht das ähnlich: Sie versucht möglichst früh Bachelor-Absolventen an sich zu binden und sie in ihren Master-Plänen zu unterstützen.

Der schnurgerade Lebenslauf ist nämlich nicht von allen Arbeitnehmern gewünscht – Brüche und Sprünge in der Biografie machen den Absolventen für zukünftige Arbeitgeber interessant. Dementsprechend steht dem in den USA weit verbreiteten „Gap Year“ nichts mehr im Wege – soziales Jahr, Auslandspraktika oder -reisen: Alles ist erlaubt, was eine persönliche Herausforderung bedeutet.

Einige Unternehmen wie die Deutsche Telekom oder die Otto Group unterstützen ihre Arbeitskräfte bei einem Studium nicht nur finanziell und zeitlich, sondern ermöglichen ihnen auch, ihre Master-Thesis gleich im Unternehmen selbst zu schreiben. Also, Bachelor-Absolventen, nicht den Kopf hängen lassen, wenn es mit dem Master nicht klappt, sondern ausweichen auf Plan B!

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