Auf den Punkt gebracht

Über den Umgang mit der Rechtschreibung: hier der Punkt “.” Ist es überhaupt sinnvoll, über so eine banale Sache wie den Punkt zu reden oder sogar zu schreiben? Sicherlich – wenn man eine Sache inhaltlich auf den Punkt bringen will.

Das ist freilich von Sache zu Sache und von Punkt zu Punkt verschieden. Es geht hier um den Punkt als visuelles Zeichen, dass man seine Gedanken und Texte ordentlich sortiert hat. Und das ist wirklich nicht so einfach.

Will man seine in Schrift gebrachten Gedanken strukturieren, setzt man nach jeder einigermaßen überschaubaren Aussage einen Punkt. Aus Nachlässigkeit, manchmal auch aus Unwissenheit wird dieser Punkt vergessen oder gerät an die falsche Stelle ‒ und das macht sich natürlich weder in der Bewerbung noch in einer wissenschaftlichen Arbeit gut.

Schon beim Abitur wird ein nicht oder nicht richtig gesetzter Punkt häufig als Strukturfehler angekreidet, denn sprachliche Übersicht hat hier nicht stattgefunden. Insofern kann es durchaus hilfreich sein, kurz zu überdenken, wann setze ich einen Punkt, wann nicht?

Schon bei der Überschrift sieht man zuweilen einen Punkt als Abschluss. Der Duden macht es deutlich: An das Ende einer Überschrift gehört er nicht. Das Gleiche gilt z.B. für Buch- und Zeitungstitel, Jahreszahlen und Adressen. Auch freundliche Grüße werden ohne Punkt verschickt.

Dagegen ist er bei Ordnungszahlen wie nach einer Datumsangabe immer erforderlich. Aber es kann des Punktes auch schon mal zu viel sein: Steht nämlich eine Ordnungszahl am Ende eines Satzes, gilt sie gleichzeitig als abschließendes Satzzeichen.

Er verschickte den Brief am 4.4., nicht: am 4.4..

Dieselbe Regelung gilt für Abkürzungen zum Abschluss eines Satzes, wie bei einem Literaturverweis.

siehe Meier, Seite 5f.

Die Sache wird dadurch verkompliziert, dass eine Reihe von Abkürzungen nicht mit einem Punkt versehen wird. Dazu zählen Maßeinheiten (wie g) und Währungsangaben (z.B. €) ebenso wie Kürzel von Institutionen (TÜV) oder Akronyme (ASTA).

Punkt-Probleme entstehen immer wieder auch beim Aufeinandertreffen von Schlusszeichen und Klammer. Will man hier einen Fehler vermeiden, setzt man den Punkt hinter die Klammer, wenn diese eine Information enthält, die an den vorangehenden Satz anknüpft.

Das sind die wichtigsten Ausführungen meiner Arbeit (s. auch Zusammenfassung in Kapitel 5).

Damit soll dieser Exkurs seinen Abschlusspunkt finden. Wobei es natürlich weitere kleine Regeln gibt, die man beachten sollte. Aber Moment – auch hier sollte man dem Punkt am rechten Fleck die Ehre erweisen und keinen unvollständigen Satzteil statt eines Hauptsatzes folgen lassen. Sagen wir also: Damit möchten wir diese Ausführungen zum Punkt beenden. Dabei finden sich weitere Informationen und Regeln zu Punkt, Komma und Strich unter www.duden.de.

Bedenken Sie, dass Ihre Prüfer erfahrungsgemäß großen Wert auf formale Stimmigkeit legen. Selbst wenn Sie die Sache inhaltlich nach wissenschaftlichen Vorgaben noch so gut auf den Punkt gebracht haben, können Unsicherheiten auch in der Zeichensetzung zu Punkt-Abzügen führen.

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