Richtige Schreibweise: deutsch oder französisch?

Neben der Flut der Anglizismen, die die deutsche Sprache kennzeichnet, gibt es auch einen – zugegeben vergleichsweise kleinen Strom deutscher Wörter, die der französischen Sprache entlehnt sind, deren Schreibweisen dafür aber meist umso größeres Kopfzerbrechen bereiten.

So wird der Fonds sowohl im Singular als auch im Plural mit einem „s“ am Ende geschrieben; wenn es an der Börse abwärtsgeht, sprechen wir von der Baisse – nicht zu verwechseln mit dem leckeren Baiser aus der Konditorei, das dem Gourmet bei rechter Zubereitung munden wird – mehr jedoch vermutlich dem Gourmand.

Im Gegensatz zu diesem französischen Schreibweisen machen wir aus dem banquette aber das Bankett, während wir beim Mannequin wiederum das französische „qu“ übernehmen, wenngleich diese schöne Berufsbezeichnung doch weitgehend vom (US-)englischen Model verdrängt worden ist.

Zwar bleibt das französische dekolleté im Deutschen das Dekolleté. Jedoch kann das „e“ mit Akzent im Deutschen durch zwei „ee“ ersetzt, wie beim Negligee (statt Negligé) oder Varietee (statt Varieté).

Beim französischen renommée hat sich der DUDEN aber entschieden, den ersten Akzent wegzulassen und lässt Renommee schreiben. Auch beim für den Franzosen gänzlich unverzichtbaren apéritif kann dieser auf den Akzent nicht verzichten, den sich der deutsche Schreiber aber schenkt: Er schenkt sich den Aperitif ein.

Hier reichen also Sprachgefühl und beste Französischkenntnisse oft nicht aus – da hilft dann nur der Griff zum DUDEN. Sollten Sie zufällig dabei gerade in einem französischen Restaurant schlemmen, empfehlen wir zur ungestörten Lektüre das Chambre séparée – und dazu ein Gläschen Chamapgner.<

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