Die Bachelorarbeit und der Einstieg in das Schreiben

Na endlich! Sie haben das Thema für Ihre Bachelorarbeit gefunden, Sie haben über Monate jede Menge Material gesammelt, eine erste Gliederung entworfen, Ihr Vorhaben mit dem Betreuer Ihrer Arbeit abgestimmt und könnten jetzt theoretisch loslegen und Ihre wissenschaftliche Abschlussarbeit verfassen. Aber was bedeutet das eigentlich genau?

Im Laufe Ihres Studiums haben Sie gelernt, dass das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit eine andere Herangehensweise verlangt als etwa das Entwerfen von E-Mails, Berichten oder Essays.

Zunächst einmal sollte eine wissenschaftliche Arbeit möglichst objektiv sein. Es geht nicht darum, über Befindlichkeiten zu plaudern oder banale Tatbestände aufzubereiten, sondern in möglichst haarscharfer Logik einen Sachverhalt darzustellen, Fakten zu präsentieren.

Schließlich wollen und sollen Sie eine Frage oder ein Problem von wissenschaftlicher Relevanz erörtern. Im Übrigen müssen Ihre Aussagen und Quellen überprüfbar sein. Daher müssen Sie jede Ihrer Angaben so belegen, dass die Quelle, aus der sie stammt, auffindbar und einsehbar ist.

Auch Experimente, die Sie anführen, um eine These zu belegen oder zu verwerfen, müssen nachstellbar sein; sie müssen also bestimmten standardisierten Methoden folgen.

Eigenwissen versus Fremdwissen

Machen Sie sich Folgendes klar: Ihre Aufgabe ist es, ein Problem auf der Grundlage bewiesener Fakten zu bearbeiten. Im theoretischen Teil Ihrer Bachelorarbeit referieren Sie mithin vornehmlich das Wissen anderer. Sie sollten die wichtigsten Lehrmeinungen zu Ihrem Wissensgebiet kennen.

Wenig sinnvoll ist es, bereits nach der Lektüre zweier Artikel loszuschreiben. So klar umrissen Ihnen das Bild erscheint, das Sie erworben haben – verlangen Sie mehr von sich. Bevor Sie sich ans Werk begeben, sollten Sie verschiedene Quellen kennen und in der Lage sein, ähnliche, abweichende sowie konträre Auffassungen zu Ihrem Themengebiet zu überschauen und in den Hauptpunkten kritisch zu beleuchten.

Wollen Sie den Stand der Forschung zu Ihrem Wissensgebiet wiedergeben, so sollten Sie die wichtigsten sowie aktuellen Veröffentlichungen berücksichtigen. Stoßen Sie auf einen Übersichtsartikel aus einem wissenschaftlichen Periodikum, so dürfen Sie laut „Huraaaaaahhh!!!“ schreien – Sie sind auf eine Goldader gestoßen!

Im anschließenden problemlösungsorientierten, empirischen, evtl. auch experimentellen Teil Ihrer Arbeit erörtern Sie nun das von Ihnen aufgeworfene Problem. Hier können Sie das durch eifrige Lektüre und sorgfältiges Abwägen gewonnene Eigenwissen präsentieren.

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