Eigenleistung in wissenschaftlichen Arbeiten

Die wissenschaftliche Eigenleistung ist ein wesentlicher Bestandteil der Abschlussarbeit und daher auch ein wichtiges Kriterium bei deren Bewertung. Dabei gilt: Je höher der angestrebte Abschluss, desto höher sind auch die Maßstäbe, die bei der Beurteilung der Eigenleistung angelegt werden. So kann eine Seminararbeit, deren Eigenleistung darin besteht, aus soliden Textquellen richtig zu zitieren und deren Inhalte neu zusammenzustellen und mit eigenen Worten darzulegen, den Ansprüchen vollauf genügen. Doch bei der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Doktorarbeit reicht das nicht aus: Hier muss die wissenschaftliche Eigenleistung neben wissenschaftlichem Arbeiten auch eigene Gedanken und neue eigene Erkenntnisse beinhalten. Diese müssen, aufbauend auf vorhandenem Wissen, durch eigene Forschung gewonnen, logisch hergeleitet und sowohl formal korrekt als auch ansprechend präsentiert werden. Spätestens ab der Masterarbeit und besonders bei einer Doktorarbeit musst du etwas erkennbar und bemerkenswert Neues erstellen, um den bewertenden Professor, deinen  Doktorvater oder das Prüfungskomitee zu überzeugen.

Nicht Kür, sondern Pflicht: wissenschaftliche Eigenleistung beim Beantworten der Forschungsfrage

Jede gelungene akademische Abschlussarbeit stellt auch eine unabhängige, deutlich erkennbare Forschungsleistung dar. Die wissenschaftliche Eigenleistung, die bei der Beantwortung der zuvor formulierten Forschungsfrage erbracht wird, muss eigene Erkenntnisse beinhalten und zudem kritisch reflektiert werden. Wer nur den Ansatz eines anderen guten Wissenschaftlers geschickt aufarbeitet und an jeder geeigneten Stelle ein beeindruckendes Zitat einfügt, darf kaum hoffen, den Prof. oder Doktorvater damit zufriedenzustellen. Das Zitieren etablierter Forscher und Autoren ist in der Abschlussarbeit vor allem als (Ver‑)Stärkung der eigenen Gedanken gedacht; diese müssen jedoch stets deutlich im Vordergrund stehen.

Und jede Doktorarbeit muss neue Forschungsergebnisse und Erkenntnisse enthalten – je mehr, desto besser. Sehr gute Abschlussarbeiten weisen in aller Regel einen besonders hohen Anteil an wissenschaftlicher Eigenleistung auf: mindestens ein Drittel des Arbeitsumfangs, gern auch noch mehr. Und je mehr davon dein Doktorvater schon im Aufbau und in der Gliederung erkennt, desto größer sind deine Chancen auf eine gute bis sehr gute Gesamtbeurteilung.

Was macht gute wissenschaftliche Eigenleistung aus?

Neben den bereits erwähnten Kriterien wie Signifikanz und Eigenständigkeit bedeutet gute wissenschaftliche Eigenleistung auch, zum Gewinnen eigener Erkenntnisse geeignete Methoden auszuwählen und diese richtig anzuwenden. Zu den Denk- und Forschungsmethoden gehören etwa kritische Analysen, empirische Untersuchungen oder Erhebungen, Messungen, Zählungen, Betrachtungen sowie selbsterstellte Grafiken, Abbildungen oder (Fall-)Beispiele.

Die wissenschaftliche Eigenleistung kann sowohl quantitative als auch qualitative Forschung umfassen. Im qualitativen Forschungskontext werden in aller Regel nichtstandardisierte Daten erhoben und mit Hilfe spezieller Verfahren analysiert. Generell stützt sich die qualitative Forschung eher auf realitätsnahe, weiche Daten und setzt auf einen dynamischen Forschungsprozess, um aus dem vorhandenen Material eigene Erkenntnisse zu ziehen und neue wissenschaftliche Theorien und Hypothesen zu entwickeln. Dagegen wird bei der quantitativen Forschung vorrangig mit harten Zahlen und Daten gearbeitet; der Forschungsprozess ist eher statisch und oft besser zur Bestätigung einer bereits vorliegenden Hypothese geeignet als zum Entdecken einer neuen.

Gängige Methoden der qualitativen Forschung sind unter anderem Interviews, Gruppenbefragungen und -diskussionen, persönliche Betrachtungen und qualitative Analysen, die z. B. beim Erforschen von Interaktionen helfen oder neue Erkenntnisse über bestimmte Lebenswelten liefern. Messungen, Versuche, Experimente, Beobachtungen und Deduktion bzw. logische Schlussfolgerung sind dagegen gebräuchliche Methoden der quantitativen Forschung, deren Ziel es oft ist, kausale Zusammenhänge zu erklären.

Ausreichend Zeit für die wissenschaftliche Eigenleistung einplanen

Viele Studierende haben Zeitprobleme. Oft nehmen die Theorie, das Durcharbeiten der Literatur und das Lernen drei Viertel der Gesamtzeit in Anspruch. Auch das Umsetzen der Formalkriterien der Abschlussarbeit – richtig gliedern, strukturieren, formulieren, zitieren – ist häufig schwieriger und zeitraubender als erwartet, sodass schließlich nur noch wenig Zeit für die so entscheidende wissenschaftliche Eigenleistung bleibt. Bei der allgemeinen Zeit- und Arbeitseinteilung kann der Prof. oder Doktorvater mit guten Ratschlägen und Erfahrungswerten helfen, doch auch hier sind vor allem Eigenständigkeit, gute Selbstorganisation und Arbeitsdisziplin gefragt.

Damit die Abschlussarbeit schließlich in Bestform präsentiert werden kann, lohnt es sich, vor der Abgabe einen Korrektor oder wissenschaftlichen Lektor zu beauftragen, der Rechtschreibung, Grammatik und gegebenenfalls Stil, Struktur und die Umsetzung der inhaltlichen Vorgaben überprüft und auch die Fehler findet, die in der eigenen Arbeit häufig selbst nach mehrmaligem Durchlesen unentdeckt geblieben sind. Planst du die professionelle Korrektur bzw. das Lektorat ebenfalls schon von Anfang an mit ein, kannst du dich während der gesamten Arbeit sicherer fühlen – und hast so mehr Zeit und einen freieren Kopf für die wissenschaftliche Eigenleistung, die deine Abschlussarbeit erst interessant und wissenschaftlich bedeutend macht.

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