Die indirekte Rede

Konjunktiv I und II

In der indirekten Rede wird eine Äußerung oder ein Gedanke nicht genau so wiedergegeben, wie tatsächlich geäußert oder gedacht, sondern mittelbar über einen Berichterstatter, also etwa den Verfasser einer Dissertation, Master- oder Bachelorarbeit.

Die indirekte Rede ist häufig von einem Verb des Sagens…
Es wurde die Vermutung geäußert, der Präsident “habe sich” zu Urlauben von reichen Freunden “einladen lassen”

…oder Denkens…
Der Präsident hoffte, sein Geldgeber “werde” nicht “entlarvt”

…abhängig oder von einem entsprechenden Substantiv.
Die Befürchtung des Präsidenten, dass ihn niemand mehr ernst nehme, ist wohl berechtigt.

Stünden die oben genannten Nebensätze der indirekten Rede im Plural, müsste man jeweils vom Konjunktiv I auf den Konjunktiv II ausweichen, da Ersterer mit dem Indikativ identisch ist:

Es wurde die Vermutung geäußert, der Präsident und seine Gattin “hätten sich” zu Urlauben von reichen Freunden einladen lassen / Der Präsident hoffte, seine Geldgeber “würden” nicht “entlarvt” / Die Befürchtung des Präsidenten, dass ihn die Leute nicht mehr ernst “nähmen”, ist wohl berechtigt.

Der Sprecher / Autor übernimmt dabei keine Gewähr für die Gültigkeit der wiedergegebenen Aussagen.

Indikativ nach Präposition

Dies ist auch bei präpositionalen Quellenangaben mit “laut”, “zufolge”, “nach” und “gemäß” der Fall:

Bundeskanzlerin Merkel “zufolge macht” der Präsident einen guten Job. “Nach” Aussage des Sprechers des Präsidenten “pflegten” dieser und seine Gattin ihre Urlaube selbst zu bezahlen. “Gemäß” der Verfassung “genießt” der Präsident Immunität. “Laut” Recherchen eines Journalisten “luden” reiche Freunde den Präsidenten zu Urlauben ein. “Seines Erachtens” “sind” die Maßnahmen ungerecht.

Diese Konstruktionen – als Alternativen zur indirekten Rede – stehen aber im Indikativ, so als ob es sich um reine Aussagesätze handelte, die lediglich durch die Präpositionen ihre indirekte Bedeutung erhalten.

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