Über den richtigen Umgang mit dem „&“-Sonderzeichen

„Brav & bescheiden“ – so betitelte „Der Spiegel“ in der zweiten Märzwoche (2012) einen Artikel über Bestechungsgeschenke in der Politik. Legt man sprachpflegerische Maßstäbe an, so ist der Einsatz des geschwungenen „und“ vielleicht schick, aber zweifellos falsch.

Dieses Sonderzeichen, Et-Zeichen genannt, sollte nur zwischen zwei Eigennamen verwendet werden, die Bestandteil eines Firmennamens sind: Villeroy & Boch, Peek & Cloppenburg oder Schmidt & Schmidt.

Der Gebrauch des auffälligen Kaufmanns-Und greift gleichwohl um sich. Das Zeichen ist en vogue – und manieriert. Quarks & Co heißt eine Sendung des WDR, essen & trinken eine Zeitschrift, Forschung & Lehre eine Universitätszeitschrift, Gitarre & Bass ein Blatt für Musikfreunde und Beach & Boat eine Messe in Leipzig, um nur einige Varianten des Einsatzes von „&“ zu nennen.

Wortherkunft

„Et“ ist lateinisch und heißt „und“. Das Zeichen, wie wir es heute kennen, ist die verschnörkelte Schreibweise der beiden Buchstaben e und t – eine Ligatur, ein Zusammenziehen von zwei Buchstaben zu einem. Das heißt ebenfalls Kaufmanns-Und – und auf Englisch ampersand. Es sollte immer ein Leerzeichen Abstand haben von den beiden Firmennamen, die es verbindet.

Empfehlung für den Umgang mit dem „&“-Sonderzeichen

In Überschriften oder im Text, als Ersatz für ein simples „und“ (als Konjunktion oder als Wort in einer Aufzählung oder „plus“ hat dieses Zeichen nichts zu suchen; es ist „schlicht & einfach“ (!) übertrieben und zeugt von kenntnisfreiem Umgang mit einer Besonderheit der Sprache.

Setzen Sie das Sonderzeichen also höchst sparsam – nur in oben genannten Zusammenhängen – ein!

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