Kleine Quellenkunde

von | 25. Nov 2014 | Tipps | 0 Kommentare

Kleine Quellenkunde

Soll der Gedankenstrom beim Verfassen Ihrer Bachelorarbeit so richtig sprudeln, dann ist es geboten, einiges über Quellen zu wissen. Im Übrigen sollten Sie selbige auch auswerten können. Der folgende kleine Lehrgang hilft Ihnen dabei.

Was genau ist eine Quelle?

Quellen könnte man als Rohstofflieferanten der Wissenschaft bezeichnen. Mit ihrer Hilfe schürfen Sie nicht nur groben Kies, sondern auch originelle Hypothesen, interessante Theorien und überzeugende Konzepte. Mitunter fördern Sie sogar Gold zutage … Man unterscheidet Primär-, Sekundär- und Tertiärquellen; es gibt theoretische sowie empirische Quellen und sie erscheinen entweder in gedruckter oder elektronischer Form.

Primarquellen

Primärquellen betreffen den Forschungsgegenstand direkt. Wenn Sie zum Beispiel eine Bachelorarbeit über Joseph Conrad schreiben, sind sämtliche seiner literarischen Werke Primärquellen; möchten Sie dagegen über ein juristisches Problem referieren, stehen Gesetzestexte im Rang der Primärquelle.

Auch bei Statistikdaten, Gemälden oder Archivalien kann es sich um Primärquellen handeln, die interpretiert, zitiert und deren Daten ausgewertet werden können.

Sekundärquellen

Sekundärquellen sind theoretische Arbeiten, die über den Forschungsgegenstand Ihrer Wahl verfasst wurden.

Entweder sie behandeln exakt Ihre Fragestellung – dann sind sie für Ihre Bachelorarbeit natürlich besonders interessant – oder sie streifen Ihr Thema nur am Rande, können aber aufgrund ihrer wissenschaftlichen Bedeutung beziehungsweise Aussagekraft dennoch relevant sein.

Da eine Sekundärquelle Begründungen für Ihre Arbeit liefern soll, muss sie interpretiert, verglichen und diskutiert werden. Wenn sie fundiert und dazu ansprechend formuliert ist, können Sie daraus auch wörtlich zitieren.

Tertiärquellen

Tertiärquellen haben sich mit Primär-, Sekundär- und anderen Tertiärquellen auseinandergesetzt und deren Inhalt ausgewertet. Sie dienen in erster Linie der Information über die herrschende Quellenlage. Ein Lehrbuch etwa ist eine typische Tertiärquelle, die einen Überblick über die allgemein akzeptierte Lehrmeinung liefert.

Für eine umfassende Auswertung möglichst aller wissenschaftlichen Arbeiten zu Ihrem Thema benötigen Sie indes auch abseitige oder umstrittene Theorien.

Hier helfen Tertiärquellen, deren ausschließlicher Zweck darin besteht, andere Quellen überhaupt zu finden. Bibliografien, Suchmaschinen oder Bibliothekskataloge sind also nichts anderes als Tertiärquellen.

In der Regel eignen sie sich nicht als Begründung und Beleg für Ihre Arbeit; sie dienen eher der Orientierung und helfen Ihnen bei der Literaturrecherche, sind also nicht zitierbar.

Ihre eigene Abhandlung wird selbst einmal zu einer (Sekundär-)Quelle werden, und – je nachdem, wie gut Sie andere Quellen ausgewertet, eigenständig geforscht und inwieweit Sie brauchbare Erkenntnisse gewonnen haben – eine geringe oder gar beachtliche Relevanz für die weitere Forschung erlangen.

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