Soll ich’s wirklich machen? Pros und Contras einer Dissertation

Mit einem Masterabschluss in der Tasche wirst du dir früher oder später die Frage stellen: Soll ich promovieren oder steige ich direkt in die Berufswelt ein? Die Antwort auf diese Frage hängt von vielen Faktoren ab – in erster Linie von deiner persönlichen Motivation sowie von deinem Fachbereich. Doch welche Pros und Contras gibt es, wenn es darum geht, sich einer Doktorarbeit zu widmen?

Gründe, die gegen eine Doktorarbeit sprechen

  • Finanzielle Entbehrungen: Wenn du dich für Jahre deiner Doktorarbeit verschreibst, wirst du in dieser Zeit nicht auf großem Fuß leben können. Während deine Freunde und Bekannten in die Berufswelt einsteigen und die Karriereleiter erklimmen, musst du zunächst mit einem kleineren Budget auskommen. Gleichzeitig sind lange Arbeitstage und arbeitsreiche Wochenenden keine Ausnahme.
  • Überqualifikation: Vor allem in kleinen Betrieben gelten Doktoranden häufig als überqualifiziert, ihre Ansprüche an Gehalt und Tätigkeit als anspruchsvoller. In manchen Fachbereichen, vor allem in den Geisteswissenschaften, kann der Titel bei der Jobsuche sogar hinderlich sein.
  • Dasselbe Thema für eine lange Zeit: Wenn du deine Dissertation verfasst, beschäftigst du dich in der Regel für mehrere Jahre mit einem Thema. Dafür brauchst du einen langen Atem und viel Leidenschaft für die Materie – andernfalls wirst es schwer haben, die Promotion abzuschließen.
  • Weniger Praxiserfahrung: Im Vergleich zu deinen Kommilitonen, die bereits nach dem Masterstudium ins Berufsleben eingestiegen sind, bist du zu Beginn deiner beruflichen Laufbahn älter und hast gleichzeitig weniger praktische Erfahrung gesammelt. Das kann sich unter Umständen als Nachteil bei der Jobsuche herausstellen.
  • Verpasste Chancen: Gerade jetzt, wo sich der Fachkräftemangel in vielen Branchen zuspitzt, reißen Unternehmen sich nach qualifizierten Hochschulabsolventen. Das bietet Akademikern eine hervorragende Verhandlungsbasis: Hohe Löhne und gute Konditionen sind häufig die Folge. Unter Umständen lässt du dir also tolle Jobchancen entgehen, während du an deiner Dissertation feilst.

Gründe, die für eine Doktorarbeit sprechen

  • Persönliche Weiterentwicklung: Die Arbeit an deiner Dissertation bringt dich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich weiter. Du lernst, wissenschaftlich zu arbeiten, gründlich zu recherchieren, analytisch vorzugehen und diszipliniert an einem Thema dranzubleiben. Das weiß auch dein potenzieller Arbeitgeber zu schätzen.
  • Brennendes Interesse: Die wohl nobelsten Gründe, sich einer Dissertation zu widmen, sind tiefes Interesse und absolute Leidenschaft für das Thema – die beste Quelle für Motivation, die dir hilft, eine ansonsten anspruchsvolle und langwierige Aufgabe mit Spaß und Durchhaltevermögen durchzuziehen.
  • Karrierechance: In bestimmten Fachbereichen, wie beispielsweise im Ingenieurwesen oder den Rechtswissenschaften, ist die Promotion ein Karrieresprungbrett sowohl im Hinblick auf das Gehalt als auch die Tätigkeit. Vor allem wenn du in der Forschung und Entwicklung arbeiten möchtest, ist ein Doktortitel zu empfehlen.
  • Autorität und Prestige: Auch wenn dieser Aspekt bei der Entscheidung für oder gegen eine Promotion nicht die Hauptrolle spielen sollte – die zwei Buchstaben vor deinem Namen sind prestigeträchtig und vor allem für repräsentative Zwecke häufig förderlich.
  • Fundiertes Spezialwissen: Die Arbeit an deiner Dissertation macht dich zum absoluten Experten für dein Thema. Diese Tatsache kann dir viele Türen öffnen und deine Karriere beflügeln.
  • Interessante Kontakte: Bei der Forschung und Recherche zu deiner Doktorarbeit wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit Konferenzen im In- und Ausland besuchen und Experten zu deinem Thema interviewen. Es werden auch Personen auf dich zukommen, die deine Expertise benötigen. Daraus ergeben sich viele wertvolle Kontakte, die dir sowohl persönlich als auch beruflich nutzen können.

Entscheide selbst, ob du promovieren möchtest

Wenn du vor der Entscheidung stehst, ob du nun eine Doktorarbeit angehen möchtest oder nicht, solltest du eine persönliche Liste mit Pros und Contras erstellen und in dich hineinhorchen: Welches Ziel verfolgst du? Ist die Promotion ein wichtiger Meilenstein zu diesem Ziel? Entscheidest du dich aus eigener Überzeugung oder lässt du dich von jemand anderem beeinflussen?

Am wichtigsten ist, dass du zu 100 Prozent hinter deiner Entscheidung stehst. Wenn du nur deshalb promovieren möchtest, weil du dich von dem Vorschlag deines Professors, dies zu tun, geschmeichelt fühlst oder dir einzig und allein das „Dr.“ vor deinem Namen imponiert, solltest du es sein lassen. Denn in diesem Fall ist deine Motivation nicht stark genug, um die arbeits- und entbehrungsreichen Jahre durchzuhalten.

Doch auch umgekehrt: Vielleicht brennst du für ein Thema und weißt, dass die Promotion deiner Karriere Schwung verleihen würde, aber jemand versucht sie dir auszureden. Dann solltest du auf dein Gefühl hören und dich nicht verunsichern lassen.

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