Veröffentlichung von wissenschaftlichen Arbeiten

Es ist endlich vollbracht, nach wochen- und monatelangem Arbeiten und Feilen an deiner Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit sind endlich alle deine Gedanken und Erkenntnisse in einer angemessenen Form schriftlich dargelegt, deine Forschungsergebnisse ausgewertet und systematisiert. Nun hast du – zumindest bei Master-, Diplom- und Bachelorarbeiten ­– die Wahl, ob du deine wissenschaftliche Arbeit veröffentlichen willst. Bei einer Dissertation hingegen besteht in Deutschland sogar die Pflicht, diese zu verlegen und damit dem Wissenschaftsbetrieb zugänglich zu machen.

Von Urheber- und Verwertungsrechten

Um ein Werk, dazu zählt beispielsweise auch eine Abschlussarbeit, veröffentlichen zu können, muss der Urheber entweder selber als Verleger aktiv werden oder die Verwertungsrechte an Verlage oder andere Verwerter abtreten. Generell besitzt du als Autor der Arbeit das Urheberrecht, bist und bleibst also der Urheber des Werkes, während du das Recht an der wirtschaftlichen Verwertung übertragen kannst. Das Verwertungsrecht erstreckt sich auf die Vervielfältigung, Verbreitung, Veröffentlichung und öffentliche Zugänglichmachung (z. B. in einer Bibliothek) und kann sowohl dauerhaft als auch konkret für eine einzelne Verwertung erteilt werden. So kannst du einerseits deine wissenschaftliche Reputation steigern und im besten Fall sogar noch etwas Geld durch Tantiemen verdienen.

Es gibt viele Möglichkeiten, deine wissenschaftliche Arbeit veröffentlichen zu lassen

Ob du, wenn du etwa deine Bachelorarbeit veröffentlichen lässt, damit Geld verdienen kannst, hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen solltest du dir bewusst sein, dass die Verdienstmöglichkeiten mit wissenschaftlichen Arbeiten oft eher bescheiden sind. Neben Wissenschaftsverlagen gibt es Fachzeitschriften, in denen zumindest Auszüge gegen ein Honorar veröffentlicht werden können, sofern das Thema interessant und relevant ist und deine Arbeit auch formal einwandfrei ist.

Allerdings sind für viele Studierende, die etwa ihre Masterarbeit veröffentlichen wollen, Erfahrungen mit wissenschaftlichen Verlagen eher ernüchternd: Statt eines Festhonorars gibt es Tantiemen pro verkauftem Exemplar, und bei einigen Verlagen zudem auch diese nur, wenn innerhalb eines festgelegten Zeitraums eine bestimmte Mindestanzahl an Büchern (ob gedruckt oder als E-Book) abgesetzt werden.

Unseriöse Verlage verlangen zudem eine Beteiligung oder die komplette Übernahme der Druck- und Produktionskosten, sodass du, um deine wissenschaftliche Arbeit dort veröffentlichen zu können, in finanzielle Vorleistung treten musst. Und das mit ungewissem Ausgang, denn ob du tatsächlich genügend Exemplare verkaufen kannst, um die gesamten Kosten zu decken, ist zumindest unsicher.

Daher setzen sich auch im wissenschaftlichen Betrieb Books on Demand zunehmend durch. Hierbei werden die Kosten für Druck und Bindung erst dann fällig, wenn tatsächlich ein Exemplar verkauft wird, das dann on demand – auf Nachfrage – produziert wird. Die Verwertungsrechte werden dabei in der Regel nur für die jeweilige Buchproduktion übertragen, sind aber generell im Autorenvertrag festgelegt. Der große Vorteil bei diesem System: Die Kosten für ein fertiges Exemplar stehen bereits vor Veröffentlichung fest, sodass du den Verkaufspreis daran orientieren und dein Werk mit einem Gewinnaufschlag vertreiben kannst.

Erfolgreich veröffentlichen – darauf solltest du achten

Wenn du einen Verlag gefunden hast, wo du deine wissenschaftliche Arbeit veröffentlichen lassen willst, solltest du bei deinem Manuskript auf einige wichtige Formalkriterien achten:

  1. Rechtschreibung, Grammatik und Stil sollten fehlerfrei und einwandfrei sein. Wenn du damit Probleme haben solltest, solltest du in ein externes Korrektorat oder Lektorat investieren und deine Arbeit von einem Profi durchsehen und überarbeiten lassen.
  2. In der Regel musst du dein Manuskript im Format PDF bereitstellen. Probleme bereiten dabei immer wieder nicht eingebundene Schriften, Bilder und Grafiken in zu geringen Auflösungen oder mit transparenten Ebenen. Bilder sollten eine Mindestauflösung von 300 dpi aufweisen und nicht in Word oder anderen Textverarbeitungsprogrammen, sondern besser mit einer Bildbearbeitung optimiert und dann eingebunden werden.
  3. Schau dir daher das fertige PDF genau an, bevor du es dem Verlag übermittelst, und prüfe dabei insbesondere, ob Grafiken, Tabellen und Fußnoten korrekt dargestellt werden.
  4. Achte auf die Dateigröße, wenn du wissenschaftliche Arbeiten hochladen willst. Viele Verlage begrenzen die maximale Dateigröße, was insbesondere bei umfangreichen Werken mit vielen Grafiken problematisch werden kann.
  5. Und natürlich musst du das Urheberrecht an dem Werk besitzen, das unter deinem Namen veröffentlicht wird.
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