Welche Zeitform ist für wissenschaftliche Arbeiten die richtige?

Eigentlich weißt du ganz genau, wann du welches Tempus benutzt: Für die Gegenwart nimmst du Präsens, für Vergangenes Präteritum, Perfekt oder Plusquamperfekt und für Zukünftiges Futur. Dennoch fragen sich viele Studierende, welche die korrekte Zeitform für wissenschaftliche Arbeiten ist. Wir zeigen dir, welches Tempus richtig ist und was du in Bezug auf die Zeitformen in deiner Arbeit noch zu beachten hast.

Präsens – bei wissenschaftlichen Texten ein Muss

Hast du dich auch schon gefragt, wie du die Tempusfrage in deiner Arbeit am besten löst? Klar kann es verwirrend sein, wenn du am Ende deiner Recherchen und deiner Forschung beispielsweise deine Bachelorarbeit im Präsens schreibst, denn eigentlich liegt das konkrete Ergebnis deiner Thesis in der Vergangenheit, oder? Wer jetzt aber denkt, dass er seine Arbeit in einer Vergangenheitsform schreibt, ist auf dem Holzweg: Für wissenschaftliche Arbeiten ist Präsens die passende Zeitform. Die Gegenwartsform hat sich in der Wissenschaft als übliches Tempus etabliert. Das liegt daran, dass diese Texte den aktuellen Forschungsstand zum jeweiligen Zeitpunkt der Arbeit darstellen. Dabei spielt es keine Rolle, dass deine Forschung vor dem Schreibprozess schon abgeschlossen ist.

Sind auch andere Zeitformen außer Präsens zulässig?

Ja – aber unter gewissen Voraussetzungen. Wenn du über Vergangenes schreibst, hast du drei Möglichkeiten: Entweder benutzt du historisches Präsens, Perfekt oder Präteritum.

  • Das Präteritum ist eine Zeitform, die Vergangenes ohne Bezug zur Gegenwart darstellt. Während dieses Tempus in der mündlichen Kommunikation häufig durch Perfekt ersetzt wird, ist das Präteritum vor allem in der Schriftsprache eine oft verwendete Zeitform. Viele Hochschulen raten deshalb ihren Studierenden zum Präteritum, wenn sie in ihren wissenschaftlichen Arbeiten etwas Vergangenes und Abgeschlossenes ausdrücken möchten.
    Beispiel: Judith Butlers Werk „Gender Trouble“ stieß 1990 die Diskussionen zur Queer-Theorie an.
  • Das Perfekt drückt wie das Präteritum ein vollendetes Geschehen in der Vergangenheit aus, allerdings gibt es einen großen Unterschied: Beim Perfekt gibt es einen unmittelbaren Bezug zur Gegenwart. Wenn deine Arbeit beispielsweise auf Ergebnisse einer früheren Studie fußt, kannst du diese im Perfekt darstellen.
    Beispiel: Die umfangreiche Studie von Müller et al. aus dem Jahr 2000 hat gezeigt, dass …
  • Beim historischen Präsens oder Praesens historicum verwendest du herkömmliches Präsens, um Vergangenes auszudrücken. Als Stilmittel ist es geeignet, um die Nähe oder den starken Kontrast zur Gegenwart auszudrücken; es bringt Lebendigkeit in deinen Text. Da deine wissenschaftliche Arbeit vor allem durch ihren Inhalt brillieren sollte, braucht sie weder einen künstlichen Spannungsbogen noch eine Extraportion Lebendigkeit. Wenn du dich in deiner Thesis auf Vergangenes beziehst, schreibe das lieber im Präteritum oder im Perfekt.
    Beispiel: Karl der Große erlangt die Kaiserwürde im Jahr 800.

Und der Vollständigkeit halber: Das Plusquamperfekt ist die Zeitform, die dir in deiner wissenschaftlichen Arbeit vermutlich am wenigsten begegnen wird. Die Vorvergangenheit ist für die meisten Fächer nicht relevant.

Oberstes Gebot für die richtige Zeitform: konsequent bleiben

Wenn du beschließt, deine wissenschaftliche Arbeit im Präsens zu schreiben, sei konsequent und wechsle nicht grundlos von einem Tempus ins andere. Wenn du dich auf etwas beziehst, was zeitlich vor deiner Arbeit an deiner Bachelor- oder Masterarbeit liegt, sind Präteritum und Perfekt in Ordnung. Alles, was direkt mit deiner Forschung zu tun hat, sollte konsequent im Präsens stehen. Verwendest du ohne Grund mal das eine und dann das andere Tempus, wirkt sich das negativ auf deinen wissenschaftlichen Schreibstil und somit auch auf deine Note aus.

Hast du deine wissenschaftliche Arbeit fertiggestellt und auch die Zeitformen überprüft? Sehr gut, dann fehlt vor der Abgabe deiner Arbeit nur noch ein professionelles Lektorat. Unsere Experten merzen die letzten Rechtschreib- und Grammatikfehler aus und haben auch ein Auge aufs Tempus. Sprich uns an – wir stehen dir gerne zur Verfügung.

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