Bachelor fertig, was nun

Es ist geschafft, der Prüfungsstress ist vorbei und du hast endlich deinen Bachelor in der Tasche. Doch nun tut sich nach Bachelorarbeit und Kolloquium die nächste Herausforderung auf: Was tun nach dem Abschluss? Soll ich direkt in den Job starten oder doch noch einen Master dranhängen? Oder sammele ich erstmal (Lebens-)Erfahrung auf Reisen oder im Praktikum? Egal, für welche der Optionen du dich entscheidest, wir helfen dir bei der richtigen Planung.

Ein Blick auf die Statistik

Die Universität Konstanz führt in regelmäßigen Abständen zusammen mit dem Internationalen Zentrum für Hochschulforschung (INCHER) und dem Kooperationsprojekt AbsolventInnenstudien (KOAB) Befragungen von Absolventen des Bachelors und Masters durch. Im Jahr 2011 haben 27% der Absolventen direkt eine Beschäftigung aufgenommen. Zudem haben sich 4% direkt in die Selbstständigkeit gewagt. 47% der Studierenden haben sich nach dem Bachelor noch für einen Master entschieden. Insgesamt haben 89% der Bachelorabsolventen sich nach dem Studium für ein weiteres Studium (Master oder einen weiteren Bachelor) entschieden.

Direkt in den Job

Der Vorteil davon, direkt ins Berufsleben zu starten, liegt auf der Hand. Nach Bafög, Unterhalt der Eltern oder Nebenjob hast du endlich die Möglichkeit, dein eigenes Geld zu verdienen, was dich unabhängiger macht. Allerdings solltest du mit der Jobsuche schon früh genug beginnen. Auch hier hilft wieder ein Blick auf die Statistik. Von den Bachelorstudenten, die direkt nach ihrem Abschluss in den Job starten wollten, haben 49% bereits vor Abschluss mit der Jobsuche begonnen. Und dennoch ist Geduld gefragt, im Durchschnitt dauert die Suche 3 Monate. Auch hier hilft es, wieder mit der richtigen Planung ranzugehen.

Welcher Job ist überhaupt der richtige?

Anders als bei einer Ausbildung führt das Studium nicht direkt in einen bestimmten Beruf. Zwar ist in den medizinischen oder juristischen Fächern die Richtung schon sehr prägend, aber gerade in den Geisteswissenschaften gibt es nach dem Studium viele Wege. Deshalb solltest du dir möglichst vor Ende deines Studiums Gedanken gemacht haben, wohin du dich beruflich entwickeln möchtest und welche Arbeitgeber für dich in Frage kommen.

  • 1. Definiere Kriterien, die dir in deinem Job wichtig sind. Hier gilt es realistisch zu bleiben. Weder solltest du dich auf einen absoluten Traumjob begrenzen, noch solltest du dich zu sehr von deinen Fähigkeiten und Wünschen verabschieden.
  • 2. Erweitere dein Netzwerk. Oftmals ergeben sich Jobs über Freunde oder Bekannte. Zudem kannst du auch Networking-Veranstaltungen und Messen für Absolventen nutzen, um in Kontakt mit den richtigen Ansprechpartnern zu kommen. Und natürlich gibt es die klassische Suche über Jobportale oder direkt auf der Seite deines Wunscharbeitgebers.
  • 3. Mach dir keinen Druck. Es ist vollkommen normal, dass zwischen Absenden der Bewerbungen und ersten Rückmeldungen etwas Zeit vergeht. Und auch dass nicht jede Bewerbung gleich zu einer Anstellung führt, ergeht jedem so. Das sind keine Gründe für Selbstzweifel.
  • 4. Erweitere deine Qualifikation, indem du Weiterbildungen machst. So kannst du die Wartezeit in der Bewerbungsphase gut nutzen und baust nicht nur deine Qualifikation aus, sondern erweiterst gleichzeitig dein Netzwerk.

…oder doch erstmal ein Praktikum

Ebenfalls eine Möglichkeit, deine Qualifikation auszubauen und dich zu spezialisieren ist natürlich ein Praktikum. In den meisten Fällen bieten Firmen Praktika mit der Dauer von 3 Monaten, 6 Monaten oder einem Jahr an. Dabei hast du regulär auch Anspruch auf den Mindestlohn von 8,84€ (seit dem 1.1.2017), weswegen Praktikanten längst nicht mehr kostenlose Arbeitskräfte sind, wie es das Klischee besagt. Vielmehr hast du hier die Möglichkeit, erste Joberfahrung zu sammeln, eine Firma von innen kennenzulernen und dich nochmal beruflich zu orientieren. Außerdem bieten viele Arbeitgeber Übernahmemöglichkeiten an, sodass du über ein Praktikum zu einem festen Arbeitsverhältnis kommen kannst.

Nächster Abschluss: Master

Viele Studierende möchten nach dem Bachelor noch den nächsten Studienabschluss erwerben und entscheiden sich für einen Master. Einfacher ist es natürlich, wenn du noch mit dem Studienalltag vertraut bist, deinen nächsten Abschluss in Angriff zu nehmen. Aber du musst nicht unbedingt in unmittelbarem Anschluss an den Bachelor weitermachen. Du kannst auch erst ein Praktikum zur Orientierung absolvieren. Einige entscheiden sich sogar, ihr Berufsleben nochmal zu unterbrechen, um den Master nachzuholen. Gleichzeitig hilft dir ein Masterstudium natürlich, dich beruflich zu spezialisieren oder nochmal in eine andere Stadt zu gehen. Folgende Dinge solltest du bei der Entscheidung für einen Master beachten:

  • – Brauchst du die berufliche Qualifikation, um deine beruflichen Wünsche verwirklichen zu können?
  • – Welcher Studiengang und welche Universität eignen sich am besten?
  • – Möchtest du nochmal in eine andere Stadt ziehen, womöglich sogar ins Ausland?
  • – Wie kannst du dir dein Masterstudium finanzieren?
  • – Lässt sich dein Master bereits mit praktischer Erfahrung verbinden?

Egal, wie du dich entscheidest, die Berufswelt hat sich verändert und viele Arbeitgeber erwarten keinen schnurgeraden Lebenslauf mehr, sondern möchten Mitarbeiter, die vielfältige Erfahrungen gesammelt haben. Darum kann dich ein Master nach ersten Jahren Berufserfahrung oder ein Praktikum in einem spannenden Unternehmen genauso wie der Master in unmittelbarem Anschluss an den Bachelor zum Ziel bringen.

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