Ein Sperrvermerk für deine Masterarbeit

Ein Sperrvermerk, auch Sperrfrist oder Vertraulichkeitserklärung genannt, unterbindet für einen bestimmten Zeitraum die Veröffentlichung der Masterarbeit. Auf diese Weise werden sensible Daten und Forschungsergebnisse geschützt. Wann du deine Masterarbeit mit einem Sperrvermerk versehen solltest, welche Folgen das hat und wie dieser aussehen sollte, erfährst du hier.

Wann brauche ich einen Sperrvermerk in meiner Abschlussarbeit?

Wenn du dich entscheidest deine Masterarbeit im Unternehmen zu schreiben erwarten viele Unternehmen, dass du deine Abschlussarbeit mit einem Sperrvermerk versiehst. Grund dafür ist, dass sensible Unternehmensdaten und eventuelle Firmengeheimnisse nicht nach außen dringen sollen.

Was besagt ein Sperrvermerk?

Der Sperrvermerk verbietet dir und deiner Universität dann für einen festgelegten Zeitraum die Arbeit zu veröffentlichen, damit Wettbewerber nicht an die Ergebnisse kommen. Im äußersten Fall kann es bei Verstoß sogar zu strafrechtlichen Konsequenzen kommen. Deshalb solltest du, bevor du dich für eine Masterarbeit im Unternehmen entscheidest, abwägen, ob ein eventueller Sperrvermerk mit deinen wissenschaftlichen Interessen und denen deiner Uni vereinbar ist. Wichtig ist in jedem Fall, dass dein Gutachter zum Kompletteinblick berechtigt ist.

Was muss in den Sperrvermerk?

Normalerweise gibt das Unternehmen vor, was du in den Sperrvermerk aufnehmen sollst, bzw. solltest du dies mit dem Unternehmen aushandeln. Üblicherweise wird der Sperrvermerk dann der Arbeit vorangestellt. Wichtig ist zu klären:

    • 1. Unterliegt die gesamte Arbeit dem Sperrvermerk oder nur Teile?

Ob die gesamte Arbeit dem Sperrvermerk unterliegt oder nur Teile ist auch wieder abhängig vom Unternehmen. Für dieses ist es entscheidend, an welchen Stellen sensible Daten veröffentlicht werden könnten. Unterliegt die Arbeit nur in Teilen dem Sperrvermerk, kann es möglich sein, diese doch vor Ablauf der Frist zu veröffentlichen. Dann müssen aber die gesperrten Kapitel herausgenommen werden und es ist zu hinterfragen, ob der wissenschaftliche Gehalt dennoch gewahrt werden kann. So oder so solltest du die Veröffentlichung in Teilen mit dem Unternehmen abstimmen.

    • 2. Wie lange gilt die Sperrfrist?

Die Dauer der Sperrfrist hängt natürlich davon ab, was zwischen dir und dem Unternehmen vereinbart wird. In der Regel dauert so etwas aber drei bis fünf Jahre.

    • 3. Wie sieht ein Sperrvermerk konkret aus?

Ein Sperrvermerk kann beispielsweise folgendermaßen formuliert sein:

Die folgende Masterarbeit [Titel] beinhaltet vertrauliche Informationen und Daten über die Firma [Firmenname]. Eine Veröffentlichung oder Vervielfältigung der gesamten Masterarbeit/folgender Kapitel […] ist innerhalb der Sperrfrist untersagt. Diese endet am [Datum]. Dritten darf während dieses Zeitraums die Arbeit nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verfassers und des Unternehmens zugänglich gemacht werden. Hiervon ausgenommen sind der Erst- und Zweitprüfer sowie weitere Mitglieder des Prüfungsausschusses.

[Ort, Datum, Unterschrift]

Wann sollte ich mich auf einen Sperrvermerk einlassen?

Letztendlich ist es eine Erwägungssache, ob es sich lohnt, die Masterarbeit in einem Unternehmen zu schreiben. Hast du in dem Unternehmen schon eine Jobzusage für nach dem Studium, arbeitest dort vielleicht sogar schon lange Zeit als Werkstudent? Oder qualifiziert dich dieser Forschungsschwerpunkt für eine Branche, in der du Karriere machen möchtest? Dann lohnt es sich auf jeden Fall trotz Sperrvermerks die Abschlussarbeit im Unternehmen zu schreiben.

Anders sieht es aus, wenn du einen akademischen Werdegang anstrebst. Denn dafür solltest du möglichst viele Publikationen nachweisen können, was mit einem Sperrvermerk nicht möglich ist. Außerdem erhält die Uni basierenden auf den Ergebnissen Forschungsgelder. Deine Forschungsergebnisse können dann aber auf Grund des Sperrvermerks mitunter nicht verwendet werden. Und letztendlich verbieten manche Universitäten sogar, eine Masterarbeit mit Sperrvermerk zu schreiben, weil sie das hohe Haftungsrisiko für dich und deinen Prüfer scheuen.

Fazit – Das solltest du vorher bedenken

Bevor du dich für eine Abschlussarbeit mit Sperrvermerk entscheidest, solltest du also Folgendes bedenken:

  • – Ist deine Uni mit einem Sperrvermerk einverstanden?
  • – Wo möchtest du deinen beruflichen Schwerpunkt legen?
  • – Möchtest du deine Masterarbeit veröffentlichen?
  • – Eröffnet dir die Masterarbeit im Unternehmen Jobperspektiven?
  • – Lässt sich mit dem Unternehmen ein Kompromiss finden, dass nur Teile der Arbeit dem Sperrvermerk unterliegen?
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